Nichts – von Bedeutung

Wer hätte das gedacht? Nun haben wir schon die zweite erfolgreiche Theaternacht hinter uns und es war ein harter Weg. Niemals hätte ich gedacht, dass wir es überhaupt bis hierher schaffen würden. Unser DS-Kurs-Glück ist, dass wir uns schon viele Jahre kennen, denn wir stammen so ziemlich alle aus einer Klasse. Doch um ehrlich zu sein, wir haben in diesem halben Jahr der Stück-Erarbeitung zu einem größeren Zusammenhalt gefunden, als es uns in den letzten vier Jahren zuvor als Klasse gelang. Jeder Einzelne gewann an Selbstvertrauen und ich hätte nie geglaubt, dass ich vor einem so großen Publikum auftreten könnte, ohne vor lauter Lampenfieber das Weite zu suchen.

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass uns am Anfang die Lust und die Leidenschaft für unser Stück fehlten: Würde das dem Publikum gefallen? Bringen wir es überhaupt glaubwürdig rüber? Ist das nicht ein bisschen zu extrem? Wer den Roman ‚Nichts‘ von Janne Teller gelesen hat, weiß, dass er, wie soll man sagen … ziemlich krass ist. Unsere Klasse bzw. unser Kurs konnte eigentlich immer besser mit lustigen, lockeren Themen umgehen. Wir meinten, dass das Ganze eine Nummer zu hoch für uns wäre. Die Kinder da im Buch sind in der siebten Klasse?! Wie können sie nur zu so etwas fähig sein?, fragten wir uns gefühlt jede Stunde. Aber mit Unterstützung unserer wundervollen Kursleiterin, Frau Zschunke, haben wir es letztendlich doch geschafft und ein tolles Ergebnis hervorgebracht – so finden wir –, indem wir dem erschreckend Dramatischen ein bisschen Witz (der im Halse stecken bleibt) untermischten. Auch wenn die Erarbeitung mit sehr viel Stress, Streit und – ja auch – Tränen verbunden war, hängen wir alle sehr an dem Stück und seinen Charakteren. Schlussendlich waren der Spaß und der gewachsene Gruppenzusammenhalt dies alles wert.

Der DS-Kurs ist eines der Fächer, das mir am meisten Spaß macht und ich bin froh, dass unsere Schule ihn anbietet. Es schafft Selbstvertrauen, d. h. sich zu vertrauen, aber vor allem auch anderen: Man lernt schlicht, ein Stück weit Verantwortung für jemanden und etwas zu übernehmen. Ich würde jedem Schüler, der auch nur ein bisschen Freude an Theater hat, raten DS zu wählen. Man hat nichts zu verlieren, im Gegenteil, man gewinnt nur dazu. Und zuletzt, weil es so gut zu unserem Stück passt, ein Zitat von George Tabori (Dramatiker): Im Theater, wie im Leben ist es nicht die Sprache, sondern der Sprecher, der die Bedeutung verleiht.

Von Sabrina Rahn

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s