Was macht eigentlich…

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Anika Reichel (Abiturjahrgang 2005)

Auf dem Abiball 2005 fragte mich Anika, ob wir zusammen ein Foto machen könnten. „Zur Erinnerung.“ Und sie fügte schmunzelnd hinzu: „Falls Sie mal berühmt werden.“ Da musste ich lachen. Und nach all den offiziellen Ansprachen fiel mir nur eine Phrase ein: „Die Zukunft gehört doch Ihnen!“ Weil es noch keine Smartphones und Selfies gab, musste uns ein Dritter fotografieren – mit dem Fotoapparat. Während wir uns aufstellten, fragte ich Anika, was sie denn nun nach dem Abi machen wolle. Sie überlegte nicht lange: „Was mit Medien.“ Im Saal spielten sie gerade Roland Kaisers „Santa Maria“; es war schon nach Mitternacht. „Klar doch, mit Medien“, wiederholte ich. Anika ließ sich nicht irritieren, sondern sagte selbstbewusst: „Ich würde gern als Journalistin arbeiten. Am liebsten beim Radio.“ Wir grinsten beide in die Kamera. Sie meinte es ernst. Und ich hatte nix Besseres zu bieten, als den Besserwisser-Lehrer, der seine flügge gewordenen Schützlinge ja nur warnen möchte: „Anika, weißt du, wie viele das wollen!?“ „Ja, klar. Aber haben Sie uns nicht mal gesagt: Save the dream.“ Ich grinste: „Das kann ich gar nicht gesagt haben, denn Sie saßen in meinem Deutschunterricht.“ Anika lachte zurück: „Ich habe es etwas frei übersetzt.“ Zehn Jahre später sehen wir uns wieder. Anika hat ihren Traum wahr gemacht. Sie ist beim Radio. Sogar als Moderatorin. Und das kam so:

Erst nach unserem Foto verriet Anika mir, dass Sie bereits in den letzten beiden Sommerferien jeweils drei Wochen bei der Zeitschrift „Super Illu“ gearbeitet hatte. Das bestärkte ihren Wunsch, als Journalistin zu arbeiten. Nach dem Abi war sie zunächst ein Jahr Praktikantin bei 104.6 RTL, bei Sat1 am Mittag und bei der BILD Berlin. „Alles in allem perfekt, um in die verschiedenen Ressorts zu schauen: Radio, Fernsehen, Tageszeitung. Ich merkte aber schnell, dass mein Herz fürs Radio schlägt …“

Anschließend wurde Anika bei 104.6 RTL die Assistentin von einer der prominentesten Radiomoderatorinnen Berlins: Gerlinde Jänicke. „Von ihr habe ich viel gelernt und aus dieser Arbeit ist eine ganz enge Freundschaft entstanden. Heute ist sie eine meiner besten Freundinnen.“ Parallel dazu absolvierte sie ein Fernstudium „Journalismus“ an der ILS und einige Promoter-Jobs.

Als Praktikantin bei Radio Paloma bekam Anika dann 2009 überraschend ihre große Chance: „Dort beschloss der Programmchef nach zwei Monaten mit mir die Morgensendung zu moderieren. Ich wollte das damals nicht. Er meinte quatschen kann ich und das Handwerkliche bringt er mir beim Moderieren bei … Gesagt, getan. Mit 23 startete ich also meine Moderationskarriere, obwohl ich immer nur als Redakteurin arbeiten wollte.“

Anika schloss 2011 ihre Ausbildung ab und arbeitete zunächst als Moderatorin und Redaktionsleiterin bei Radio Paloma („100 % Deutscher Schlager“). Zwei Jahre später machte sie sich selbständig: Und wechselte zu Radio B2 („Wir lieben Schlager! Deutschlands Schlager-Radio“). Seitdem moderiert sie diverse Live-Sendungen, arbeitet nebenbei bei einer PR-Firma und schreibt Pressetexte für eine Plattenfirma. Viel Arbeit. „Aber das Schöne ist“, so die ehemalige Descartes-/Barnim-Schülerin, „ich kann mir jeden Tag selbst einteilen.“ Auch ein Traum.

von Herr Rauh

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